Chronik der Familie Paffrath

Die Geschichte der Pfarrei St. Clemens in Paffrath
(von H.- L. Selbach)

Die Geschichte von Paffrath ist eng verbunden mit der St.-Clemens-Kirche. Schon der Name Paffrath, abgeleitet aus Paferode (Pfaffen-Rodung), gibt einen Hinweis auf die Tatsache, dass auf Veranlassung der Kölner Domkirche gegen Ende des 9. Jahrhunderts in unserem Raum Rodungen durchgeführt wurden.

Ein Herrenhof, der sich im Gebiet des jetzigen Einkaufszentrum befand sowie eine Holzkirche bildeten den Mittelpunkt des kleinen Dorfes. In dieser Zeit war Paffrath bereits eine eigene Pfarrgemeinde und ein eigener Gerichtsbezirk. Der Kölner Domprobst Adelheim bestätigt 1160 in einer Urkunde, dass Paffrath dem Domkapitel unterstand. Ein wichtiges Dokument für die Geschichte der Pfarrei ist das Rote Messbuch aus der Mitte des 15. Jahrhunderts. Darin schildert der damalige Pfarrer Johannes Voeghe bemerkenswerte Einzelheiten über die Größe der Pfarrei und wichtige Aspekte des Gemeindelebens. Der Paffrather Pfarrbezirk umfasste damals u.a. die heutigen Ortschaften Hand, Katterbach, Torringen, Hebborn, Rommerscheid und Romaney.

Um 1150 wurde die ursprüngliche kleine Holzkirche durch ein stattliches Gotteshaus aus heimischem Plattenkalk ersetzt. Der heute noch vorhandene starke Turm und die hochgezogene Wehrmauer boten in Kriegszeiten den Dorfbewohnern Schutz und Zuflucht. Während des Dreißigjährigen Krieges (1618 - 1648) zogen u.a. Truppen aus Spanien, Holland, Frankreich und Schweden plündernd durch Paffrath; ähnliches wiederholte sich nach der Französischen Revolution im Jahre 1795. Im 19. Jahrhundert blieb der Paffrather Raum von Kriegswirren weitgehend verschont.

Zu Beginn dieses Jahrhunderts (1907 - 1913) musste die Kirche vergrößert werden. Hebborn wurde 1922, Hand 1952 von Paffrath seelsorglich unabhängig.
In dem eben beschriebenen Gotteshaus, befindet sich auf den Sockelvoluten des ehemaligen Hochaltar, links die Hausmarke des Christina Weier (CW), rechts der seiner Ehefrau Margarethe Paffrath (MP), die den Altaraufsatz stifteten. Das Gemälde des südlichen Seitenaltars zeigt im Vordergrund links den Stifter kniend, zu Füßen des heiligen Nikolaus, rechts seine Gemahlin. Der am unteren Rand sich befindenden Inschrift ist folgendes zu entnehmen:

Zu eherrn Gottes und sein viell Gelibte Mutter Mariae unt der heilichen Drei Könnigen und des heilichen Bischoffs s. Nicolai schenkt der eherrenvester unt woll fuhrnemer Herr Tilmannus volquin unt die viell ehrr unt Duchentreiche Frau Angnes Weiers nach Gelassene erben Christiani Weiers mit Margaretha Paffraths zu Ewiger Gedechtnus A(nno) 1659.


Beschreibung der Kath. Pfarrkirche St. Klemens in Bergisch-Gladbach-Paffrath

Urspr. Eigenkirche eines königlichen Fronhofs, später in den Besitz der Kölner Domkirche übergegangen. Das Kollationsrecht stand seit 1160 dem Kölner Domkapitel zu.
Urspr. dreischiffige, romanische Bruchstein-Basilika aus der Mitte des 12. Jh. mit quadratischem Chorhaus und Halbkreisapsis sowie vorgesetztem viergeschossigen Westrums.
1908-13 das südliche Seitenschiff abgebrochen und nach Plänen von Eduard Endler ein maßstäblich größerer neoromanischer Kirchenbau (heute Hauptkirchenraum) errichtet; gleichzeitig Alt- und Neubau einheitlich verputzt. Der romanische Westturm, der über ungegliederten Untergeschossen im Glockengeschoß eine nur noch teilweise erhaltene Gliederung aus Lisenen und Rundbogenfriesen aufweist, ist mit einer stark eingezogenen und mit hoher Spitze versehenen Barockhaube geschlossen. Das romanische Langhaus besaß nur am Obergaden der Südseite (Schauseite) eine etwas aufwendigere, heute im Innern des Neubaus sichtbare Außengliederung aus Rundbogenfenstern und Zwillingsblenden unter Rundbogenfries (vgl. die Pfarrkirche in Wipperfürth). Die Gewölbe 17. Jh.: im urspr. flachgedeckten Mittelschiff ein Tonnengewölbe mit Stichkappen, im Seitenschiff und im Chorhaus Kreuzgratgewölbe. In Bezug auf die querrechteckige Lagerung des zweijohigen Langhauses und den Stützenwechsel aus quadratischen Pfeilern Säulen mit Würfelkapitell weist die Kirche den Einfluss westfälischer Kleinbasiliken des 12. Jh. auf.

Die Ausmalung des Altbaus 1929 von Anton Wendling. Hochaltar von 1630, anstelle des verlorenen Altarblattes eine Holzskulptur des hl. Klemens aus der I. Hälfte des 18. Jh. – Nördlicher Seitenaltar von 1651 mit hölzernem Vesperbild des 17. Jh. Anstelle des Altarblattes.
Südlicher Seitenaltar von 1659 mit Gemälde der Anbetung der Könige. - Hölzerner Triumphkruzifixes aus der Zeit um 1530. - Holzskulptur des hl. Johann Baptist aus dem Anfang des 16. Jh. - Im Pfarrhaus: Romanisches Vortragekreuz aus Bronze mit Resten alter Feuervergoldung, Maasgebiet, Ende 12. Jh. Krückenkreuz mit für sich gegossenen Korpus, über dem die Hand Gottes erscheint; auf der Rückseite graviert Lamm Gottes und die Evangelistensymbole. Der Typus des Gekreuzigten in karolingischen Metzer Elfenbeinen vorgebildet
Haus Blegge, heute Altersheim. Das inmitten eines Weihers gelegene Herrenhaus ein quadratischer zweigeschossiger Putzbau aus der 2. Hälfte des 18. Jh. mit Mansarddach. Die Hoffassade ausgezeichnet durch zwei vorspringende, ebenfalls zweigeschossige Ecktürme, die mit flachen Schweifhauben gedeckt sind, Flachgiebel und Portal mit Freitreppe. Vor dem Portal ein kleiner, durch schmiedeeiserne Rokoko-Gitter abgeschlossener Vorplatz, auf den eine gemauerte Brücke zuführt. Dem Herrenhaus rechtwinklig vorgelagert ein eingeschossiger Remisenbau mit rundbogiger Tordurchfahrt.


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