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Jossele und ich saßen im Cafe California und starrten trübe in unsere Mokkatassen. Es war
spät in der Nacht oder früh am Morgen, ganz wie man's nimmt. Jossele schob missmutig die Tasse fort. "Warum", fragte er, „warum erfindet man nicht endlich Kaffeetassen
für Linkshändler? Mit dem Griff an der linken Seite der Tasse? Das wäre doch ganz einfach."
Du weißt, wie die Menschen sind", erinnerte ich Ihn. "Gerade das Einfache interessiert sie nicht." "Seit
fünftausend Jahren machen sie die gleichen langweiligen Trinkgefässe. Noch nie ist es Ihnen eingefallen, den Griff innen anzubringen, damit das
schöne runde Äußere nicht verunstaltet wird."
"Es ist wirklich ein Jammer." Immer nur diese sture Routine." Jossele hob die einfallslose Tasse widerwillig an die Lippen und trank. "Keine Phantasie
für Details, kein Gefühl für Nuancen. Denk nur an die Nähnadeln! Pro Stunde stechen sich auf der Welt mindestens hunderttausend Menschen in den Finger. Wenn die Fabrikanten sich
entschließen könnten, Nadeln mit Ösen an beiden Enden zu erzeugen, würde viel weniger Blut fliessen."
"Richtig. Sie haben eben keine Ideen. Darin stehen sie den Kammfabrikanten um nicht nach. Die erzeugen ja auch keine zahnlosen
Kämme für Glatzköpfige."
"Lass den Unsinn. Manchmal bist du wirklich kindisch!" Ich verstummte. Wenn man mich
kränkt, dann verstumme ich . Jossele hörte aber nicht auf, an mir herumzumäkeln:
"Du hast nichts als dummes Zeug im Kopf, während ich über ernste, praktische Dinge spreche. Zum Beispiel, weil wir schon bei
Kämmen sind: Haarschuppen aus Plastik. In handlichen Zellophansäckchen. Selbst der Ungeschickteste kann sie sich
über den Kopf streuen." "Sie werden nie wie die echten aussehen", sagte ich bockig. "Ich garantiere dir, dass man nicht einmal durchs
Vergrößerungsglas einen Unterschied merkt. Wir leben in einer Zeit, in der neues Material
für neue Zwecke verwendet wird. Hüte aus Glas, zum Beispiel."
"Wozu soll ein Hut aus Glas gut sein?" "Wenn man ihn fallen lässt, braucht man sich nicht nach ihm zu
bücken." Das klang logisch. Ich musste zugeben, dass die Menschheit Fortschritte macht. "Und was", fragte ich
"hältst du von einem Geschirrschrank, der auch oben vier Füße hat?"
Jossele sah mich überrascht an. Das hätte er mir nicht zugetraut. "Ich verstehe", nickte er anerkennend. "Wenn der Schrank oben staubig wird, dreht man ihn einfach um.
Überhaupt gibt es im Haushalt noch viel zu verbessern. Was mir zum Beispiel schon seit Jahren fehlt, sind runde
Taschentücher!"
"Die man nicht falten muss?" "Eben, Nur zusammenknüllen."
"Auch ich denke über Innovationen bei der Kleidung nach. Und vor kurzem ist mir etwas eingefallen,
wofür ich sofort das Patent angemeldet habe." "Nun?" "Eine Art elektronisches Miniaturinstrument
für den eleganten Herrn. Ein Verkehrssignal für die Hose. Bei einem Toilettenfehler blinkt ein rotes Licht auf, das sicherheitshalber noch von einem leisen Summton begleitet wird."
"Zu kompliziert." Jossele schüttelte den Kopf. "Deshalb war ich ja auch gegen die Kuckucksfalle. Du erinnerst dich; Sie sollte an Kuckucksuhren befestigt werden, oberhalb der Klappe, aus der alle Stunden der Kuckuck herauskommt. Und im gleichen Augenblick, in dem er seinen idiotischen Kuckucksruf
ausstoßen will, fällt ihm von oben ein Hammer auf den Kopf. Auch zu kompliziert."
"Dir gefällt wohl die Erfindung des berühmten Agronomen Mitschurin besser?" "Wie ist die?" "Eine Kreuzung von Wassermelonen mit Fliegen."
"Damit sich die Kerne von selbst entfernen, ich weiß. Ein alter Witz. Wenn schon kreuzen, dann Maiskolben mit Schreibmaschinen. Sobald man eine Kornreihe zu Ende genagt hat,
ertönt ein Klingelsignal, der Kolben rutscht automatisch zurück, und man kann die
nächste Reihe anknabbern." "Nicht schlecht." "Jedenfalls zweckmäßig und bequem. Das ist das wichtigste. In Amerika wurde inzwischen eine landwirtschaftliche Maschine erfunden, die allerdings noch verbessert werden muss, weil sie zuviel Platz braucht. Sie pflanzt Kartoffeln,
bewässert sie, erntet sie, wäscht sie, kocht sie und isst sie auf."
"Ja der Mensch wird allmählich überflüssig. Angeblich gibt es in Japan bereits einen Computer , mit dem man Schach spielen kann." "Dann
würde ich mir gleich zwei kaufen", sagte Jossele. "Die können miteinander spielen, und ich gehe ins Kino."
"Gut", sagte ich "Gehen wir."