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Gelsenkirchen, den 8. August 19..
Sehr geehrter Herr Maierbehr,
Sie kennen meine Gefühle und Sie wissen,
dass es mir nicht leichtfällt, etwas so Zartes zu zerstören, wie es unsere
junge Liebe war. Es muss jedoch sein. Papa kann sich nun einmal nicht mit Ihrem
Beruf befreunden. Eine Ehefrau, sagt Papa, müsse in der Lage sein, ihrem frei
schaffenden Gatten hin und wieder beruflich zur Seite zu stehen.
Wir haben in diese Hinsicht so wenig Gemeinsames. Oft habe ich versucht,
Gefallen an Ihrer Arbeit zu finden. Es wollte mir nicht gelingen. Eine gewisse
Erregung während der Tat ist alles was ich verspürte. Schon dem anschließenden
Zerlegen der Leiche konnte ich keinen Geschmack abgewinnen, und nur mit Unlust
erinnere ich mich an das Tragen der schweren Pakete und das stundenlange Graben
im Stadtrandgebiet.
Ich liebe Musik und Literatur, auch male ich selbst ein wenig. Muss ich nicht
befürchten, dass in unserer Ehe diese Seite meines Wesens selten zum Klingen
käme?
Als am 28. Juli unsere Herzen zueinander sprachen, ließ mich Ihre starke
Persönlichkeit vergessen, was uns trennt. Mein Entschluss, mich von Ihnen zu
lösen, steht unabänderlich fest.
Anbei erhalten Sie Ihre Geschenke (6 Taschenmesser mit deutschen Städtebildern)
zurück.
Ich wünsche Ihnen beruflich viel Erfolg. Leben Sie wohl.
Ihre unglückliche Christa Prenzel