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Mein Gepäck wirkte wohl etwas plump, als ich
die Grenze passierte. Der Zollbeamte im Zug Istanbul-München wünschte
jedenfalls hineinzusehen. Nicht in den Handkoffer, der getragene Unterwäsche
und mein Waschzeug barg, sondern in den groben Leinensack, der die zwei freien
Plätze meines Polsterklasseabteils einnahm (ich hatte den Sack seines Gewichtes
und eines chronischen Bandscheibenschadens wegen beim besten Willen nicht in
die Gepäckablage heben können).
"Was ist das", sagte der Beamte, nachdem er den Hanfstrick gelöst und
hineingefasst hatte. "Hasch", sagte ich, "anderthalb Zentner,
hochfein". "Natürlich, natürlich", sagte er und kostete
vorsichtig etwas mit der Zungenspitze. "Langen Sie nur tüchtig zu",
sagte ich höflich und blätterte in der 'Süddeutschen'. Er kostete vorsichtig
von Salzburg bis Rosenheim. Er saß mir schräg gegenüber, sah sehr glücklich aus
und begann sich zu entkleiden. "Ich bin eine Kohlmeise", sagte der
Beamte deutlich und legte als letztes sein Hemd ab.
Dann machte er die ersten Flugbewegungen mit den Ellenbogen.
Kurz vor München öffnete ich das Fenster. Er erhob sich und flatterte hinaus.
Ich sah, wie er in einem leichten Bogen nach Westen strich, jubilierend über
die Wipfel eines Hochwaldes stieg und sich im Himmel verlor. Ohne jede
Verspätung fuhr der Zug um 16 Uhr 31 in Münchens Hauptbahnhof ein.