Erste Liebe

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Ich möchte Ihnen etwas anvertrauen. Ich möchte Ihnen die Geschichte meiner ersten Liebe erzählen. Eine wunderbare Geschichte ... 

Es begann an einem sonnigen Tag im Wonnemonat Mai. 

Da sah ich sie! Und ich fragte: 
„Wollen Sie unter meine Regenschirm kommen?“ 
„Nö.“ Sagte sie. 
„Wieso: Nö?“ fragte ich. 
„Na, wie sähe denn das aus – in einem Schuhgeschäft!“ 
Sie hatte recht. Und ihre Rechthaberei war mir sofort sympathisch. 

Sie fragte mich nach meinen Wünschen. 
Ich fragte sie nach den ihren. 
„Ziehen Sie sich bitte wieder an – das geht doch nicht in einem Schuhgeschäft“, sagte sie. 
Sie hatte ja so recht. Aus meiner Sympathie wurde Bewunderung. 

„Was darf ich Ihnen zeigen?“ fragte sie. 
„Zeigen sie mir, wie sehr Sie mich lieb haben, gleich hier auf dieser langen silbernen Rutschbahn!“ 
„Das ist ein Schuhlöffel!“ 
„Wieso?“ 
„ Wir sind in einem Schuhgeschäft!“ 
Oh, wie recht sie wieder hatte! Meine Bewunderung wurde Anbetung. 

Dann stellte sie die alles entscheidende Frage: 
„Welche Schuhgröße haben Sie?“ 
„Ah, ich verstehe, Sie wollen mir einen Hut für meine Füße schenken!“ 
„Nein, wir sind hier in einem Schuhgeschäft.“ 
„In einem Schuhgeschäft?“ 

Mein Gott, wenn sie recht hatte! Für einen Moment öffnete ich meine Augen – da sah ich sie: Schuhe, Schuhe, Schuhe – einer schöner als der andere ... makellos weiß sei alle, formvollendet viereckig, wundervoll luftig ... Ich zog ein Paar über – sie paßten wie angegossen – es war Liebe auf den ersten Blick! Meine erste Liebe ... 

... und ich trag sie übrigens heute noch ...